Samstag, 30. September 2017

#28 Mein September

¡Hola!

Ein kurzes Vorwort: Ich werde ab nun jeden Monat am 30. bzw. 31 einen Monatsrückblick hochladen. Den vergangenen Monat war alles um diese Zeit sehr stressig, deshalb kommt er jetzt ein wenig verspätet, mir war es aber trotzdem wichtig, dass er bei den September Einträgen angezeigt wird. Die Idee für dieses Format habe ich von Klein-Kathie in der großen Welt- also nicht, dass mir jetzt jemand vorwirft ich hätte die Idee geklaut. Aber nun fangen wir an.
 
Gereist...
 
...bin ich nach Spanien! Und wie ihr wohl schon wisst, bin ich von Bremen aus nach Hannover gefahren, von Hannover aus nach Jerez de la Frontera geflogen und bin dort am Flughafen von Carlos abgeholt worden. Es war mein erster Flug seit einer Ewigkeit und trotz Abschiedstrauer war er super! Freu mich schon irgendwie auf den Rückflug ♥.
 
 
 
 
Gefreut...
 
...habe ich mich über unglaublich vieles. Ich habe mich riesig über die super lieben Einträge in mein Abschiedsbuch, für dich ich super dankbar bin, darüber, dass meine Gastfamilie mich so gut aufgenommen hat, über die Offenheit und Hilfsbereitschaft meiner Mitschüler, über die Erfahrungen, die ich schon erleben durfte und auch über jedes Mal, dass ich hier etwas neues erlebt habe. Und ich habe mich auch gefreut, als ich nach der Schule das erste mal alleine meinen Bus gefunden habe und als ich das erste mal ein richtiges Gespräch geführt habe. Alles in einem: Ich habe mich den vergangenen Monat ziemlich oft über etwas gefreut.
 
Geärgert...
 
...habe ich mich über einiges. Zum Beispiel darüber, dass ich die erste Zeit so schweigsam war und auch, dass ich oft nicht so viel verstehe (ich weiß, da kann ich nicht allzu viel für und es wird ja auch besser), aber auch darüber, dass ich so ein Chaos mit meinem Stundenplan hatte. Und auch noch über ein paar andere Dinge, die ich hier wahrscheinlich nicht so reinschreiben darf, sind aber sowieso alle eher nebensächlich gewesen.
 
Geshoppt...
 
...habe ich noch gar nicht so viel. Vor allen Dingen aber Sachen, die ich in Deutschland vergessen habe oder bei denen ich nicht wusste, dass ich sie brauchen würde. Also hier eine kleine Liste:
  • Flip Flops
  • Sonnencreme
  • Schulsachen (Block, Bücher etc.)
  • Gitarrensaiten
  • Anti-Mücken Spray
  • und wohl noch einige Kleinigkeiten mehr, die mir nicht mehr einfallen.
 
Gegessen...
 
...habe ich viel Neues. Da wären zum Beispiel Tapas, einige andere typische Gerichte, viel zu viel Pasta und Salat (meine Gastmutter ist Italienerin) und das erste mal salziges Popcorn. Das Essen war anfangs gewöhnungsbedürftig und mir persönlich auch zu fettig, aber nach anfänglichen Bauchschmerzen habe ich mich auch ziemlich schnell daran gewöhnt. 
 
Getroffen...
 
...habe ich unglaublich viele neue Leute. Angefangen bei meiner Gastfamilie und meiner Betreuerin, bei den Leuten in meiner Klasse, meinen Lehrern und auch die Freunde der Leute, mit denen ich mich wohl gerade anfreunde und was viel schneller geht als erwartet, was wohl daran liegt, dass sie einfach alle unglaublich lieb zu mir sind und wohl ein großes Interesse haben, sich mit mir anzufreunden (aber das beruht auf Gegenseitigkeit). 
 
Gelernt...
 
...habe ich bereits jetzt vieles über mich, über Spanien und auch Deutschland aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Auch habe ich gelernt, dass es vielleicht in Ordnung ist einfach so loszuheulen und mal traurig zu sein, aber natürlich nicht in Dauerschleife. Außerdem habe ich gelernt, dass es nicht schlimm ist, wenn einer einen mal nicht versteht weil das Spanisch, das man spricht, so schlecht ist und auch, dass es nicht schlimm ist, wenn man beim Sprechen Fehler macht. Und außerdem habe ich gelernt, was ich an meiner Heimat in Deutschland habe, und das viele Dinge dort mir vielleicht mehr bedeuten, als ich noch vor einem Monat gedacht habe.
 
Genannt...
 
...werde ich hier die ganze Zeit falsch. Vor allen Dingen, weil das "i" in meinem Namen kurz gesprochen wir, das hier aber niemand hinbekommt. Und dann gibt es auch noch Leute, die das mit der deutschen Aussprache gar nicht hinbekommen und auch noch einen andalusischen Akzent drin haben. Das klingt dann ungefähr so: Atri.
 
Gefühlt... 
 
...habe ich vieles: Trauer, Dankbarkeit, Freude. Trauer natürlich deshalb, weil ich meine Heimat verlassen habe und weil mir einiges immer noch ziemlich fehlt. Auch hatte ich hier das erste Mal richtig Heimweh, was wohl auch zu Trauer zählt. Aber letzten Endes ist die Trauer geringer ausgefallen als erwartet, zumal ich vor der Abreise wirklich damit gerechnet habe, richtig schlimmes Heimweh zu bekommen (habe ich dann aber zum Glück nicht). Dankbar bin ich dafür, dass ich das alles machen kann und jedem, der mich hierbei unterstützt und vor allem auch meinen Eltern, dass sie mir das hier ermöglichen. Und gefreut habe ich mich über jedes Mal, wenn es einen weiteren Schritt nach vorne ging, und ich zum Beispiel mit den ersten Leuten Nummern ausgetauscht habe.

Freitag, 29. September 2017

#27 Die ersten beiden Schulwochen

¡Hola!
Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt heute mal wieder ein Post von mir. Eigentlich wollte ich ja die ganze Woche schon was schreiben, bin aber einfach nicht dazu gekommen. Hier ist gerade echt viel los und dann bin ich auch noch krank geworden → Schlafen während der Siesta. Aber nun komme ich mal zu meinen ersten zwei Schulwochen.
Ich weiß gar nicht so recht, wo ich eigentlich anfangen soll, denn wie bereits erwähnt ist die letzten sieben Tage extrem viel passiert. Also schreib ich einfach mal los, und bitte nicht schlagen, wenn der Post ein wenig unstrukturiert wird.
Das erste wichtige Ereignis war, dass ich am Sonntag meinen Gastvater kennengelernt habe. Das war natürlich erst einmal ein wenig strange, weil ich mich bereits an den Alltag ein wenig gewöhnt habe und er dann noch einmal geändert worden ist. Und ab nächster Woche wird es dann auch noch einmal ein wenig anders, denn Sonntag Nacht kommt meine Gastschwester an. Jedenfalls sind wir am Sonntag dann noch am Strand gewesen und haben uns ein wenig besser kennengelernt. Also lief eigentlich alles bestens und mehr fällt mir dazu dann auch gar nicht mehr ein.
 
Foto vom Strand
 
Der Sonntag wurde dann relativ entspannt ausgeklinkt, zumal ich auch einige Zeit alleine war. Denn so gegen 18:00Uhr sind meine Gasteltern wegen einem Handy zu irgendwem gegangen, aber ich habe das nicht so genau verstanden, war emotional auch ein wenig auf gewühlt wegen der Bundestagswahl (die ich selbstverständlich mit hohem Interesse verfolgt habe). Später habe ich dann noch Jurrassic World im Fernsehen geschaut und als meine Gasteltern dann um 23:30 Uhr nachhause gekommen sind, gab es essen. Und ja, dass ist extrem spät und es ist auch die späteste Mahlzeit die ich je gegessen habe (und damit hätten wir ein weiteres erstes Mal). Am Montag hat dann die neue Schulwoche angefangen und ich muss zugeben, dass ich am Montag ziemliches Heimweh hatte (am Sonntag auch, aber dann gab es die Ergebnisse der Bundestagswahl), aber im Laufe der Woche ist es dann besser geworden und ich habe aktuell die Hoffnung, dass ich das schlimmste überstanden habe. Es wird einfach immer besser. In den ersten Tagen habe ich mir das immer wieder gesagt, dass es besser wird, und ich muss ehrlich zugeben, ich habe mir selbst nicht geglaubt und auch das ein oder andere Mal ans Abbrechen gedacht. Aber wenn man 6.000€ in etwas investiert hat, gibt man nicht so einfach auf und siehe da- es stimmt. Diese Woche lief einfach alles viel besser- Ich verstehe mehr, ich kann mehr sagen, ich rede mehr mit meiner Gastfamilie und den anderen in der Schule, und auch sonst komme ich mit allem viel besser klar. Außerdem habe ich mittlerweile auch meine Local Coordinatorin kennengelernt und sie ist auch super nett. Zudem habe ich einen Test in Englisch zurück bekommen und 9 Punkte geschrieben (also das geht hier von 0-9)! Aber das beste was mir diese Woche passiert ist, ist, dass mich einige aus meiner Klasse eingeladen haben, am Samstag mit ihnen zu so einem Manga Festival in Cádiz zu gehen. Ich habe mich so krass gefreut, dass glaubt ihr nicht. Und mittlerweile bin ich auch echt zuversichtlich hier richtige Freunde zu finden.
So, das war jetzt eine ziemlich grobe Zusammenfassung von dem wie ich mich eingewöhnt habe und meinem emotionalen Aufstieg, den ich die letzten Tage erlebt habe. Und nun noch einmal dazu, dass ich krank war. Aber das war eigentlich auch überhaupt kein Ding. Ich hatte/habe eine Erkältung und meine Gastmutter sich total lieb um mich gekümmert. Ich lag im Bett, sie hat mir Tee und Kekse gebracht und sich immer wieder erkundigt, wie es mir geht. Und alleine wegen ihrer lieben Art habe ich mich gleich schon besser gefühlt.
Und nun noch zwei Erlebnisse in der Schule, die ich auch gerne mal loswerden wollte. Das erste ist, dass am Mittwoch in Lengua ein Junge, der hinter mir saß, gesagt hat, dass ich dumm bin (Zitat: "La alemana es tonta."). Er hat das gesagt, weil ich eine Frage von Patricia (meine Lehrerin) nicht verstanden habe. Also bin ich jetzt dumm, weil ich nicht fließend Spanisch spreche, und ich bin mir sicher, dass er denkt, dass ich seinen gehässigen Kommentar auch nicht verstanden habe. Allerdings habe ich auch verstanden, was ein Mädchen aus meiner Klasse zu meiner Verteidigung gesagt hat, und da ging es mir gleich viel besser. Der Typ hinter mir ist halt einfach ein bisschen unterbelichtet 😉. Das zweite ist heute in Informatik passiert. Und dazu muss ich sagen, dass ich den Jungen eigentlich voll nett finde, aber dass fand ich einfach irgendwie lustig. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere von euch noch an die Diskussion, dass man die Benennung von Zahlen ändern, weil es schwer ist, die Zahlen so zu lernen (also statt zweiundvierzig, vierzig und zwei). Daran musste ich heute irgendwie denken. Wir sollten Tests gegenseitig korrigieren und derjenige, von dem ich den Test korrigiert habe, hat geschrieben "As echo" was korrekt "Has hecho" heißen würde- man spricht die 'h's aber nicht. Er hatte noch viele weitere von den Fehlern. Er sollte sie dann korrigiert, aber nicht alle gefunden (keine Ahnung, ob er es wirklich nicht besser wusste) und dann musste sogar ICH ihn korrigieren, und ich kann wirklich kein Spanisch, aber diese Fehler waren wirklich simpel (ich gehe aber mal davon aus, das er eine LRS hat oder sowas). Und weshalb das ganze irgendwie lustig und lehrreich war, war die Reaktion derjenigen, die neben mir gesessen habe. Das Mädchen neben mir, Juana, hat dazu gesagt: Madre mia, was wohl soviel heißt, Oh man oder so. Aber wie sie das gesagt hat, hat mich irgendwie amüsiert. Und damit habe ich auch gleich einen Ausruf gelernt (musste ich das jetzt ernsthaft erzählen?).
 
Okay, und damit bin ich wohl fertig. Tut mir leid, dass es mal wieder so lang geworden ist, aber über die Woche hat sich halt viel angestaut, ich schätze mal, dass das mit der Zeit besser werden wird. Ich verweise nun noch einmal auf meinen Twitter Account. Twitter ist eine super Plattform und ich würde euch sehr gerne etwas in diesen Kurznachrichten mitteilen, also: @astrid_mrr
 
Hasta luego, Astrid


Donnerstag, 21. September 2017

#26 Bla bla bla

¡Hola!
Die letzten Tage habe ich mich mal nicht gemeldet, einerseits, weil ich keine Zeit hatte und andererseits, weil ich auch keine Lust hatte. Aber nun zu meinen vergangenen Tagen: Als erstes möchte ich von einer Sache erzählen, die mich erst nicht so gestört hat, aber beim fünften mal wird es irgendwie deprimierend. Am Dienstag habe ich in der letzten Stunde meinen ersten Test geschrieben. Es ging um die lateinische Kultur, also die alten Römer und die alten Griechen. Der Test war zwar auf Spanisch, aber das ganze lief dann so ab: Entweder ich habe die Fragen nicht verstanden, die Antwort nicht gewusst oder die Antwort nicht ausdrücken können. Auch wenn ich ein bisschen was auf Englisch hinschreiben durfte, werde ich wohl durchgefallen sein. Ich habe mir dann gesagt, dass das nichts macht, ich schließlich noch nicht so gut Spanisch kann und aus einem anderen Schulsystem komme. Allerdings kam dann der liebe Mittwoch. Denn gestern haben wir einen Test in Castellano geschrieben und dass lief dann so richtig (darf ich das gedachte Wort hier schreiben???). Es gab einen Text. Und zu den Aufgaben muss ich mich gar nicht mehr äußern, denn soweit bin ich gar nicht erst gekommen. Ich habe es in der Stunde, die ich zur Verfügung hatte gerade mal in Ansätzen verstanden. Ich habe dann irgendwie zwei Sätze zur ersten Aufgabe hinbekommen und dann aufgegebenen. Das werden wohl null Punkte werden. Gut, zwei verhauene Tests überleb ich ja noch, aber heute haben wir dann noch einen Test in Latein und Mathe (an dieser Stelle ein sarkastisches Danke an Frau Beitz) geschrieben und in Geschichte war mir dann echt zu heulen zu mute. Zumal ich in Geschichte die Fragen sogar verstanden habe, ich konnte einfach nur nicht die Antworten formulieren. Sowieso ist es teilweise deprimierend fast nichts zu verstehen: es ist dadurch schwer sich in Gespräche einzubringen, sich im Unterricht zu beteiligen und auch auf Fragen zu antworten, wenn man immer dreimal nachfragen muss, was gerade gesagt worden ist, und dann trotzdem nicht antworten kann. Wobei ich eigentlich sogar ein bisschen was verstehe, aber es ist halt nicht viel und dadurch, dass die Leute hier extrem schnell und auch noch mit einem starken Akzent reden, ist es nochmal schwerer etwas zu verstehen.
Was gibt es denn noch so zu erzählen? Vielleicht, dass ich gestern zum ersten Mal Musik hatte und meine Musiklehrerin einen Knacks weg hat- darf ich das so schreiben?. Ich mein, sie hat von uns verlangt bei einer Oper mitzusingen und heute sollten wir auf einer Blockflöte die Tonleiter rauf und runter spielen und die, die keine dabei hatten (erstaunlich wenig) sollte man die Bewegung auf einem Stift nachmachen und dann musste ich mir noch anhören von wegen, dass ich falsch spiele (Hallo??? Das ist ein Stift?!). Kann ich das auch noch um wählen? Das Busfahren ist übrigens auch die reinste Katastrophe, denn ich weiß Mittags nie, in welchen Bus ich einsteigen muss. Aber zum Glück habe ich mittlerweile einen Busfahr-Kumpel und der weiß, wo ich einsteigen muss (ich mein, er weiß wo er hin muss). Okay, jetzt mal was positives... ähm... ach, ja: Meine Lehrer sind eigentlich alles voll nett und sagen, es ist nicht schlimm wenn ich was nicht verstehe und im Test nicht ausfülle. Und aus irgendwelchen unbekannten Gründen kennen sie alle Bremen. Und es gibt auch viele in meiner Klasse die extrem nett sind und sich echt bemühen mich zu integrieren, wobei es mir da immer leid tut, wenn ich dann kaum rede (weil ich nichts verstehe !). Aber die sind auch alle anders drauf als in Deutschland: Die Leute in meiner Klasse sind total offen und auch ein wenig lauter als in Deutschland (merkt man vor allem dann, wenn sie versuchen Deutsch zu reden; mein Busfahr-Kumpel kann übrigens zwei Sachen auf Deutsch sagen: Guten Morgen und Guten Tag.) und außerdem werden die Lehrer geduzt und mit Vornamen, teilweise sogar Spitznamen angesprochen- als Vergleich: Das ist ein bisschen so, als würde ich meine Wirtschaftslehrerin in Deutschland folgendes fragen: "Kannst du mir sagen was die Hausaufgaben sind, Kathi?" Sorry, aber irgendwie ist das befremdlich. Übrigens bekommen die Schüler hier offensichtlich Schulkalender geschenkt, eigentlich ganz cool, hatte aber eigentlich einen aus Deutschland mitgebracht. Aber was soll's, ich will mich ja anpassen.
 
So das war es dann erst einmal wieder von mir, wobei ich noch eine Sache loswerden will: Folgt mir mal auf Twitter, ich habe nämlich vor, es mal mit dem Twittern zu probieren, interessiert ja vielleicht jemanden ⇨ @astrid_mrr . Und jetzt noch ein Bild von meinem schicken Schülerkalender und meinem Stundenplan, falls mal jemand wissen will, wie der aussieht.
 
Mein "cooler" Kalender

Stundenplan- Zu oft Mathe


 
Beso, Astrid

Montag, 18. September 2017

#25 Mein erster Schultag...

...war extrem chaotisch, um nicht zu sagen, zu 90% eine Katastrophe. Wobei Katastrophe vermutlich negativer klingt als es sollte. Heute morgen hatte ich erst einmal überhaupt keine Lust das Haus zu verlassen, einerseits, weil ich grundsätzlich keine Lust auf Schule hatte und andererseits, weil ich auch echt ein wenig Angst hatte. Angst davor, allein zu sein, nicht zu wissen, wo ich hin muss, nichts zu verstehen und, und, und... Letzten Endes musste ich dann natürlich zur Schule gehen, und meine Gastmutter meinte zu mir, dass es nicht so schlimm ist, wie ich denke, und das es nach ein paar Wochen besser wird. Auch wenn ich ihr nicht geglaubt habe, habe ich versucht, alles ein wenig optimistisch zu sehen. Ich bin dann los gegangen und war dann 15 Minuten zu früh an der Bushaltestelle, weil meine Gastmutter sich mit der Uhrzeit nicht sicher war, aber immerhin bin ich so pünktlich zur Schule gekommen und der Bus war auch der richtige. Übrigens ist das hier mit dem Bus zu Schule fahren komplett anders als in Deutschland, aber dazu kommt noch ein gesonderter Post oder sogar eine Seite. Als ich ausgestiegen bin, habe ich mir das Gesicht des Busfahrers gut gemerkt, damit ich später weiß, mit welchem Bus ich zurück muss. Nach dem Aussteigen bin ich erst einmal allen anderen hinterher, weil ich keinen Plan hatte, wo ich hin muss. Das war strategisch auch ganz klug von mir und dann hatte ich die ersten beiden Stunden. Um heraus zu finden wo ich hin muss, habe ich den Hausmeister (der übrigens sehr freundlich ist) nach dem Weg gefragt und so gingen die ersten beiden Stunden, in denen ich so gut wie nichts verstanden habe, vorüber. Und dann fing die eigentlich Problematik an: In der dritten Stunde hatten wir Wahlpflichtfächer, und weil ich nichts gewählt habe, habe ich im "Seki" nachgefragt- und daraufhin zwei Stunden in einem Büro gesessen. Denn offensichtlich war ich 1. in der falschen Klasse (ich sollte in die B- nicht D) und 2. hat meine LC meine Fächer gewählt. Logischerweise hat sie genau die Fächer ausgewählt, die ich am wenigsten leiden kann, aber der Typ, der mir geholfen hat, war total freundlich, und so durfte ich um wählen. Um es kurz zu fassen: Statt Chemie &Physik, Biologie & Geologie, Kunst und Informatik habe ich jetzt Wirtschaft, Latein, Musik und Informatik (wobei mir die Wahl zwischen Französisch und Informatik nicht leicht gefallen ist). Mitte der vierten Stunde- so gegen 12- hat er mich dann in meine richtige Klasse gebracht, die gerade Wirtschaft hatte, wobei ich den Lehrer schon in der zweiten Stunde hatte. Mein Wirtschaftslehrer ist übrigens super nett und er hat mich die ganze Zeit gefragt, ob ich denn auch verstehe was er sagt. Wobei ich sagen muss, dass ich überraschend viel verstanden habe, wenn auch bei weitem nicht alles. In der Stunde sollte sich dann jeder einmal vorstellen, und so konnte ich gleich loswerden, dass ich Austauschschülerin bin und kein Spanisch kann.
Nach dieser Stunde hatte ich Latein auf dem Weg dahin haben mich dann auch gleich zwei Mädchen aus meiner Klasse angesprochen. Sie waren total hilfsbereit und haben sich auch überraschenderweise extrem für mich interessiert- ganz im Gegensatz zu den Schülern in der anderen Klasse. In Latein ging es dann eigentlich nur um Organisatorisches, wobei sich meine Latein-Lehrerin auch total für mich interessiert hat und gleich gefragt hat, aus welcher Stadt ich denn komme. Sie kannte Bremen dann tatsächlich und sogar die Bremer Stadtmusikanten! Nach Latein hatte ich Englisch, aber das war kein Unterricht. Als ich in die Klasse gegangen bin, war die Lehrerin schon da und die komplette Stunde saß sie nur vorne am PC und hat nicht ein Wort gesagt- keine Ahnung warum. Ich habe mich in die erste Reihe neben ein Mädchen gesetzt- sie heißt Alicia- und links von mir hat sich dann ein anderes Mädchen- Paula- gesetzt. Sie hat mir dann auch gleich "Hola" gesagt und sich dann zur Reihe hinter uns umgedreht (zwei Mädchen, ein Junge, Namen vergessen, habe nur Spanisch verstanden *Badummts*) und die beiden Mädchen links und rechts von mir haben angefangen mit ihnen zu reden. Der Grund, weshalb ich das so ausführlich darlege ist der, dass sie mich sofort in ihr Gespräch integriert haben und auch so die ganze Zeit total nett waren. Paula hat dann z.B. noch zu mir gesagt, dass wenn ich in der Pause alleine bin und sie sehe, gerne zu ihr kommen kann (dass ist richtig krass nett). Sie haben mich dann auch noch total viele Sachen zu Deutschland und deutsch gefragt, wobei ich feststellen musste, dass die Spanier es nicht so mit der deutschen Aussprache haben, denn nachdem ich meinen Namen zu zehnten Mal gesagt habe, habe ich es aufgegeben; ich meine, es stört mich nicht, Atri genannt zu werden 😁. Auf jeden Fall ging die Stunde so relativ schnell rum und nach der Stunde hat mich ein Mädchen aus der hinteren Reihe noch zur Bushaltestelle begleitet, weil sie da gleich um die Ecke wohnt (den Namen weiß ich leider wirklich nicht mehr- ich glaube etwas mit "C") und den Bus habe ich dann aufgrund meiner Erinnerung an den Busfahrer dann auch gefunden und so ging mein erster Schultag zu Ende.
 
Jetzt hab ich irgendwie wohl noch die Kraft aufgebracht, einen Post zu schreiben, denn der Tag war echt anstrengend und ich bin super müde. Aber ich bin trotzdem total glücklich, dass sich das alles- trotz holprigem Start- noch so zum Guten gewendet hat und ich hoffe, das bleibt die nächsten Tage auch so. Und ich hoffe, dass ich so schnell wie möglich besser in Spanisch werde, damit ich die Gespräche besser verfolgen kann und nicht immer nachfragen muss. Und als Fazit kann ich nun sagen, dass mein erster Schultag trotz einiger Schwierigkeiten weit besser als erwartet war, und ich wohl ziemlich positiv aufgenommen worden bin.
 
Hasta luego, Astrid

#24 So viele erste Male

¡Hola!

Entgegen meines Vorhabens hier alle zwei Tage etwas zu posten, habe ich (wie ihr sicherlich gemerkt habt) gestern nichts gepostet. Das lag zum einen daran, dass ich wirklich keine Zeit hatte und zum anderen daran, dass ich auch keine Lust hatte. Aber nun ja, nun komme ich mal lieber schnell zu den Dingen, die euch wirklich interessieren, nämlich zu meinem ersten Schultag.
Am vergangenen Freitag ist ja mein erster Schultag gewesen, wobei es nicht mein erster "richtiger" Schultag war. Denn er ging gerade einmal eine Stunde und was wirklich Wichtiges ist auch nicht passiert, aber von vorn. Leicht nervös habe ich am späten Freitagmorgen (so gegen 10:15 Uhr) das Haus gemeinsam mit meiner Gastmutter verlassen. Sie wollte mich nämlich an meinem ersten Tag fahren, zu mal es auch noch einiges formales zu klären gab. Als sie vor der Schule gehalten hat, habe ich gemerkt, dass 1. ich plötzlich mindestens doppelt so nervös war wie davor und 2. mein Körper übertrieben viele Glückshormone ausgeschüttet hat. Also bin ich mit einem breiten Grinsen aus dem Auto ausgestiegen und daraufhin haben wir das Schulgelände betreten. Vor dem Eingang hingen Listen auf denen für alle Klassen (sechs Jahrgänge) die Schüler standen. Meinen konnten wir allerdings nicht finden und einen Anruf bei meiner Betreuerin Inma wussten wir zumindest, dass ich ins 4 E.S.O eingestuft wurden bin, was in Deutschland der 10.Klasse entspricht. Normalerweise werden Austauschschüler ins erste Jahr des Abiturs eingestuft, allerdings ist mein Spanisch wohl zu schlecht 😃. Letzten Endes hat meine Gastmutter mich dann in eine der fünf Klassen geschickt, warum ausgerechnet die habe ich leider nicht verstanden. Da habe ich dann meinen Stundenplan bekommen und musste noch so einen Fragebogen ausfüllen und dann konnte ich auch schon wieder gehen. Ach, und der Grund, warum mich meine Gastmutter begleitet hat, war, dass ich noch einen Ausweis fürs Busfahren gebraucht habe, damit ich auch mitfahren darf. Für den Ausweis habe ich gerade einmal 35 ct bezahlt und damit kann ich jetzt gratis zur Schule und zurück fahren, das ganze halbe Jahr, ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo man 45 € pro Monat zahlen muss. Sowieso ist Deutschland gefühlt alles teurer als hier. Gestern Abend bin ich nämlich zum Beispiel mit Victoria ins Kino gegangen (haben den Film "Die Verführten- selbstverständlich auf Spanisch- geschaut) und ich habe für Popcorn, Trinken und eintritt gerade mal 8,90 € bezahlt. Morgen ist dann jedenfalls mein erster richtiger Schultag und ich habe gleich in der ersten Stunde Educación Fisica- meiner Begeisterung nach könnt ihr euch wohl denken, was das heißt.
Nun möchte ich aber zu meinem gestrigen Tag kommen, der sehr ereignisreich gewesen ist. Gestern früh z.B. habe ich geholfen zu putzen und das erste Mal in meinem Leben gewischt (schon irgendwie traurig, dass ich das bisher noch nicht gemacht habe und irgendwie auch kein spannendes Ereignis). Später sind wir dann noch am Strand gewesen und heute morgen musste ich feststellen, dass Sonnencreme (LSF 50) tatsächlich was bringt! Die Sonne hat mir gar nicht geschadet und die Sonnencreme hat meine weiße Haut vor den UV- Strahlen geschützt- außer die Stellen am Rücken, die ich nicht eingecremt habe. Also ist mein Rücken an der Schulterblättern nun knallrot, wobei diese Röte durch jeweils einen weißen Streifen des Bikini Trägers unterbrochen wird. Tja, beim nächsten Mal weiß ich es dann besser. Als wir zurück gekommen sind hat Victoria den Fernseher angeschaltet und- ich werdet es nicht glauben- ein deutscher Fernsehfilm vom ersten lief und als dieser zu Ende war, lief sogar noch ein zweiter mit Kostja Ullmann. Nach dem Film ist meine Gastmutter dann auch wieder aufgestanden und gegen 19:30 sind wir dann auch los ins Kino gefahren. Wie oben bereits erwähnt ist das Kino hier viel günstiger und es gibt auch noch extrem viele andere Unterschiede, wie zum Beispiel, dass das Popcorn salzig war. Das war gestern übrigens das erste mal in meinem Leben, dass ich salziges Popcorn gegessen habe (und es war eigentlich voll lecker... bevorzuge es aber dennoch süß). Der Film war auch gut (vor allem, weil ich extrem viel verstanden habe), aber die Charaktere waren alle ein bisschen Psycho. Aber mein erster Kinobesuch in Spanien war insgesamt echt klasse, auch wenn mir das Kino in Deutschland doch ein wenig gefehlt hat.
Heute Vormittag hat Victoria mir vorgeschlagen einen Spaziergang zu machen, und das habe ich dann auch getan. Auf dem Meer gibt es so einen Seeweg, der wohl die Funktion eines Deiches erfüllen soll. Da bin ich dann jedenfalls spazieren gegangen, und jetzt mal ganz ehrlich: Das ist erstens total cool "auf" dem Wasser zu laufen und zweitens sieht Chiclana vom Meer aus noch viel hübscher aus. Sowieso finde ich den Baustil in Andalusien total schön. Und um meine Eindrücke zu teilen folgen nun noch ein paar Fotos:

Da unten im Sand sind Krebse- sieht man gerade nicht, hat mich aber total fasziniert!

Selfie-Time

Weg auf dem Meer

Meine Gastmutter und ich

 
 So, das war es dann erst einmal wieder von mir und noch dazu: Den Artikel habe ich am Sonntag geschrieben, habe ihn aber erst heute wegen dem Hochladen der Bilder gepostet.

Beso, Astrid

Donnerstag, 14. September 2017

#23 Mein letzter freier Tag

¡Hola!

Gestern habe ich mal nichts geschrieben, weil 1. mir nichts eingefallen ist und 2. ich euch auch nicht jeden Tag mit Einträgen nerven will, also gibt es jetzt wohl alle zwei Tage oder so einen (sollte ich das schaffen!). Also, zuerst möchte ich los werden, dass ich mich die letzten beiden Tage wohl ganz gut eingewöhnt habe. Aber die nächsten Tage bzw. die nächsten Wochen wird sich das noch ändern, schließlich kommen ja noch meine Gastschwester und mein Gastvater dazu. Aber nun erst einmal zu meinen letzten beiden Tagen: Gestern bin ich mit meiner Gastmutter im Zentrum von Chiclana gewesen und eines vorweg: Hier ist einfach alles total anders! Angefangen dabei, dass die Häuser hier einfach komplett anders aussehen. Außerdem sind die Straßen hier ein wenig anders und auch das Zentrum ist einfach vollkommen anders als eine Instadt bzw. Fußgängerzone in Deutschland. In der "Instadt" bin ich dann auch das erste mal in einem spanischen Klamotten Geschäft gewesen und zum ersten mal in einem Supermarkt (habe aber nirgends etwas gekauft). Eigentlich bin ich nur meiner Gastmutter hinterher gedackelt und habe versucht die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, denn irgendwie scheinen die Spanier einen anderen Stil zu haben und zudem habe ich überall Spanisch gehört. Eine Frau hat mich dann sogar auf Spanisch angesprochen, doch zum Glück habe ich sie verstanden. So gegen Mittag sind wir zurück gefahren und im Laufe des Vormittags ist es extrem heiß geworden. Als wir zurück gefahren sind, waren es, sage und schreibe, 35°C! Heute ist es aber nicht so heiß: Es sind "nur" 27°C und es ist leicht bewölkt. Danach war wieder Siesta und ich habe mir das Musikvideo zu so einem coolen spanischen Lied angehört, das ich im Radio gehört habe. Mir gefällt die Musik, die hier im Radio läuft, echt gut, und im Gegensatz zu Deutschland ist sie auch auf Spanisch. Zum Abendessen gab es dann Pizza *nom*, und ich komme eigentlich auch ganz gut damit klar, dass erst so gegen 22:00Uhr gegessen wird. Übrigens habe ich in der Nacht von Dienstag das erste Mal einen Film im spanischen Fernsehen gesehen (so viele erste Male). Es war "Blood Diamond" mit Leonardo DiCaprio und ich kannte ihn schon, deshalb wusste ich immerhin was passiert, auch wenn ich nicht allzu viel verstanden habe. Heute habe ich [noch] nicht das Grundstück verlassen, weil meine Gastmutter heute morgen Yoga hatte. Übrigens meinte sie zu mir, dass wir Samstag früh (wenn ich möchte) mal eine Stunde Yoga machen können. Selbstverständlich habe ich ja gesagt. Außerdem hat sie mir noch die Schulsachen von der Austauschschülerin gezeigt, die letztes Jahr hier gewohnt hat, da ich morgen ja meinen ersten Schultag habe (der erst um 11:00 Uhr anfängt). Ich muss zugeben, dass ich nicht allzu viel bei den Schulsachen verstanden habe, aber trotzdem habe ich mir einige der Philosophie Texte durchgelesen und immerhin grob kapiert worum es geht. Wegen der Schule morgen bin ich eh ein wenig nervös: Schließlich kenne ich dort niemanden und habe auch keinen Ansprechpartner. Um ehrlich zu sein graut es mir richtig vor dem Tag morgen, aber da ich keine Erwartungen habe, kann ich auch nicht enttäuscht werden (vielleiht auch irgendwie von Vorteil). Gestern habe ich übrigens noch einen Kalender von Game of Thrones in einem Schlafzimmer hängen sehen (ich bin ein RIESIGER Fan der Serie) und auf Nachfrage habe ich erfahren, dass mein Gastvater ebenfalls ein großer Fan der Serie ist und meine Gastmutter sie ebenfalls guckt. Also damit ist mir mein Gastvater (den ich ja noch nicht kenne) schon mal echt sympathisch 😉.
Nachher wollte meine Gastmutter mit mir noch einmal einkaufen gehen, damit ich morgen in der Schule was für die Pause habe. Außerdem fällt mir nichts mehr ein, vielleicht melde ich mich morgen dann ja mal, wie der erste Schultag war. Bis dahin und
 
¡adios!
 
 

Dienstag, 12. September 2017

#22 Die ersten 24 Stunden

¡Hola!

Nun melde ich mich zum ersten Mal aus Spanien. Die letzten 24 Stunden ist bereits extrem viel passiert und weil hier gerade Siesta ist und man da offensichtlich nicht laut sein darf, schreibe ich hier einfach mal rein, was alles so passiert ist. Ich setzte mal an der Stelle an, an der ich ins Flugzeug gestiegen bin. Ich habe mich erst einmal auf meinen Platz gesetzt (immer noch tief deprimiert) und habe einfach aus dem Fenster geschaut. Ich war so traurig, dass ich mich nicht einmal über meinen tollen Platz am Fenster in der letzten Reihe (da gibt es einen Notausgang) freuen konnte. Neben mir saß dann ein junges Pärchen und die haben die ganze Zeit geredet, während ich immer noch extrem traurig aus dem Fenster gestarrt habe. Kurz darauf ist das Flugzeug abgehoben und hat mich meine Trauer für einen Moment vergessen lassen, denn das Gefühl, dass ich beim Start hatte, war einfach total cool. Es hat sich ein bisschen angefühlt wie in einem Fahrgeschäft und weil ich ja nicht allzu viel Erfahrung mit dem Fliegen habe, hat es mich total fasziniert, dass ganz plötzlich alles so klein ist und ich tatsächlich fliege! Sobald der Start vorbei war, habe ich mein Abschiedsbuch in die Hand genommen und gelesen und an dieser Stelle, an alle die reingeschrieben haben:
 
Vielen, vielen lieben Dank für eure tollen Einträge, die mich in dieser Situation sowohl zu Tränen gerührt, als auch aufgemuntert haben. Ihr hattet alle so extrem liebe Worte für mich über und dafür möchte ich euch herzlichst danke sagen 💝!
 
Der Flug verlief sonst relativ entspannt und ging auch ziemlich schnell vorbei. Übrigens habe ich einen gratis Snack und ein gratis Getränk bekommen. Nach ca. drei Stunden hat das Flugzeug dann zur Landung angesetzt. Dabei hatte ich ziemlichen Druck auf den Ohren (hatte ich beim Start nicht) habe das mit Gähnen allerdings ganz gut ausgeglichen bekommen. Als das Flugzeug dann fast auf der Landebahn war, dachte ich, man merkt die Landung nicht so, und dann sind wir ganz plötzlich voll auf den Boden gekracht, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe. Und aufgrund der Reaktion der anderen Passagiere gehe ich davon aus, dass das nicht normal ist, aber na gut. Das war es dann mit dem Flug und nun folgen erst einmal Bilder aus dem Flugzeug.
 

 
Im Flugzeug habe ich zwei Jacken getragen und als ich ausgestiegen bin, hatte ich das Gefühl, dass ich gleich einen Hitzeschlag erleide. In Jerez sind es gestern nämlich 32°C gewesen und da war ich nicht gut für gekleidet. Als ich dann ich die Halle gekommen bin, in der es das Gepäck gab, ist mir erst einmal die Luft einer Klimaanlage entgegen gekommen (zum Glück!). Am Gepäckband habe ich dann ewig auf mein Gepäck gewartet und als ich es dann endlich vollständig hatte, habe ich ewig gebraucht, um es aus dem Sicherheitsbereich raus zu schleppen (hatte extrem viel Gepäck). Außerhalb des Sicherheitsbereiches ist gleich ein Mann auf mich zugekommen, mich gefragt ob ich Astrid bin, und sich dann als mein Local Coordinator vorgestellte. Ich war total verwirrt, habe aber nichts gesagt, obwohl er definitiv nicht der angegebene Betreuer ist. Später habe ich herausgefunden, dass er der Ehemann meiner Local Coordinatorin ist und vermutlich habe ich ihn am Flughafen nicht verstanden, ich meine, schnelles Spanisch 😅. Jedenfalls hat er mir dann was von meinem Gepäck abgenommen, und dann sind wir raus in die Hitze zu seinem Auto gegangen und nach Chiclana gefahren. Während der Fahrt war ich ganz plötzlich super drauf und ich fand meine erste Fahrt und meinen ersten Eindruck von Spanien super. Hier ist wirklich alles total anders, wobei ich sagen muss, dass in der Nähe vom Haus meiner Gastfamilie ein Aldi UND ein Lidl sind. Als ich dann bei meiner Gastfamilie angekommen bin, war ich super aufgeregt. Und dazu gleich auch noch ein paar Infos: Mein Gastvater ist gerade nicht da, und ich habe nicht verstanden wann er wieder kommt. Meine Gastschwester kommt erst Ende September, weil sie noch ein Visa braucht. Aber meine Gastmutter habe ich schon kennen gelernt und sie ist super nett. Wir haben einen Spaziergang am Wasser gemacht und uns so gut unterhalten, wie es mit meinem Spanisch halt möglich ist. Den Rest des Abends haben wir "zu Hause" (kann das noch nicht ganz so sagen) verbracht und gegen 22:00 Uhr bin ich auch schlafen gegangen, denn der Tag war extrem anstrengend. Was beim Schlafen übrigens ungewohnt war, war, dass die Decke extrem dünn ist (also nicht das dicke, worum man den Bezug macht).
Heute morgen bin ich dann so gegen neun aufgewacht, allerdings bin ich noch ein wenig liegen geblieben, aber nicht so lange, wie ich das zuhause immer mache. Zum Frühstück habe ich eine Birne gegessen, was ich erwähne, weil das die mit Abstand leckerste Birne ist, die ich je gegessen habe. Das wird wohl an dem Wetter liegen, dass die Früchte hier so gut werden. Dazu hatte ich noch Brot mit Tomatenmarmelade. Als ich diese gesehen haben, habe ich mir erst einmal gedacht, dass Tomaten und Zucker so gar nicht zusammen passen, aber das hat eigentlich ganz gut geschmeckt.
Danach habe ich meine Sachen ausgepackt und dann sind wir in ein Geschäft gefahren, wo ich mir Flip Flops und eine Sonnenbrille gekauft habe (unfassbar, aber ich habe meine ernsthaft zu hause vergessen und die Sonne knallt hier nur so). Daraufhin sind wir zum Strand gefahren, der unfassbar schön ist. Es war leer, er war sauber und auch der Atlantik ist toll. Und damit war ich heute das erste Mal im Atlantik baden. Am Strand lag ich fast die ganze Zeit im Schatten, aber ich glaube, ich habe trotzdem schon einen Sonnenbrand. Nach dem Strandbesuch habe ich mir aber gleich eine Sonnencreme mit LSF 50+ gekauft. Und nun folgen Bilder vom Strand:

 
 
Im Hintergrund zu sehen: Castillo de San Pedro
 
 
Danach waren wir Tapas essen (davon habe ich jetzt kein Foto). Da waren Ei, Kartoffeln, Mayonnaise und noch irgendetwas drin. Es war zwar total lecker, aber es war für mich ein wenig zu viel Mayonnaise, also habe ich mich danach ziemlich voll gefühlt. Nach den Tapas sind wir zurück gefahren und dann gab es einen Salat. Und danach habe ich schon angefangen diesen Post zu schreiben, da mir gerade des Todes langweilig ist, da die Leute hier (wie bereist erwähnt) um diese Zeit schlafen und sich ausruhen, was für mich aktuell noch unbegreiflich ist. Also verzeiht, wenn dieser Post ein wenig lang geworden ist, aber ich hatte nun mal viel Zeit.
 
Herzlichen Glückwunsch, wenn du wirklich bis hier hin gelesen hast und ich hoffe, dass du dann auch die nächsten Tage die Motivation hast, meine Posts zu lesen. Und damit
 
¡Adios!

#54 Drei Jahre danach...

 Hola, ich habe sehr lange nichts mehr auf diesem Blog gepostet und in den Entwürfen viele Posts, die ich in Spanien angfangen, aber nie bee...